Viola Wedekind wurde durch dramatische Rollen im deutschen Fernsehen bekannt, doch ihr eigenes Leben lieferte eine Wendung, die sich kein Drehbuchautor hätte ausdenken können. Die in Hamburg geborene Schauspielerin wurde von einer Nebendarstellerin in einer Vorabendserie zu einem Thema der Boulevardpresse, nachdem eine Geschichte rund um Kinderwunsch sie direkt in die Arme des Mannes führte, den sie über eine Dating App fand.
Eine Familie, die auf der Bühne zu Hause ist
Viola Wedekind wurde am 27. Januar 1978 in Hamburg geboren, und die Schauspielerei lag ihr praktisch in den Genen. Sie ist die Tochter der Schauspielerin Angelika Wedekind und des Regisseurs Michael Wedekind.
Ihre Mutter arbeitete als freie Schauspielerin und Kabarettistin. Ihr Vater machte sich als Theater und Opernregisseur einen Namen. Ihre Tante und ihr Onkel, das Schauspielerpaar Claudia Wedekind und Hansjörg Felmy, waren ebenfalls bekannte Gesichter im deutschen Fernsehen, und ihr Großvater Hermann Wedekind war als Intendant tätig, also als künstlerischer Leiter eines Theaters.
In diesem Umfeld sammelte Wedekind schon als Kind erste praktische Erfahrungen vor Publikum und nahm frühen Unterricht direkt bei ihren Eltern. Später absolvierte sie vier Jahre Tanzunterricht an der Stage School Hamburg.
Ihre Ausbildung beschränkte sich aber nicht nur auf die Schauspielerei. Ihr Abitur machte sie am Allhallows College in England, das sie von 1994 bis 1996 besuchte. Danach ließ sie sich bei inlingua zur Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch und Spanisch ausbilden und schloss diese Ausbildung vor der Handelskammer Hamburg ab. Bevor sie sich ganz der Schauspielerei widmete, arbeitete sie zunächst in der Fernsehredaktion in Berlin und war zudem als Moderatorin und Synchronsprecherin tätig.
Der Weg in die Schauspielerei
Ihren offiziellen Einstieg schaffte Wedekind nach einem Vorsprechen mit Empfehlungsschreiben der Universität der Künste Berlin. Das führte zur Aufnahme bei der ZAV, der Künstlervermittlung der Bundesagentur für Arbeit.
Von da an baute sie eine kontinuierliche Karriere im deutschen Fernsehen und auf der Theaterbühne auf, unter anderem mit einem Engagement am Schlosstheater Celle. Bekannt wurde sie einem breiten Publikum aber erst durch eine Rolle in einer der meistgesehenen Vorabendserien Deutschlands.
Die Rolle bei Sturm der Liebe, die alles veränderte
Sturm der Liebe, die ARD Telenovela, spielt in Wedekinds Karriere in zwei getrennten Phasen eine wichtige Rolle.
- 2016 übernahm sie zunächst eine kleinere Rolle als die intrigante Ärztin Friederike Breuer, in der sie über mehrere Folgen zu sehen war.
- 2020 kehrte sie in einer viel größeren Rolle zurück und spielte die Antagonistin Ariane Kalenberg, eine Figur, die sie bis 2022 verkörperte.
Diese zweite Rolle machte sie zu einem der bekannteren Gesichter der Serie, und die Boulevardpresse merkte damals an, wie sehr der Titel der Serie, Sturm der Liebe, sich tatsächlich in ihrem echten Leben widerspiegelte.
Ihre Ehe mit Jacques Breuer
2008 lernte Wedekind in Berlin den Schauspieler Jacques Breuer kennen. Breuer, ein österreichischer Darsteller aus einer Schauspielerfamilie, war 21 Jahre älter als sie. Die beiden verliebten sich schnell ineinander, und Wedekind zog für ihn nach München. Im August desselben Jahres heirateten sie.
Über Jahre versuchte das Paar, eine Familie zu gründen. Berichten zufolge gaben sie rund 30.000 Euro für künstliche Befruchtungen und Samenspenden aus, ohne Erfolg. Ein privater Kampf, der schließlich sehr öffentlich wurde.
Die Suche über Tinder, die Schlagzeilen machte
Auf der Suche nach einem Samenspender wandte sich Wedekind an die Dating App Tinder. Diese Suche führte sie zu Michael Fischer, einem Lehrer, der zunächst zustimmte, dem Paar als Spender zu helfen.
Was als praktische Vereinbarung gedacht war, entwickelte sich zu etwas völlig anderem. Wedekind und Fischer entwickelten Gefühle füreinander, und 2017 trennte sie sich von Breuer. Ihre fast zehnjährige Ehe wurde noch im selben Jahr geschieden.
Wedekind begann eine Beziehung mit Fischer, und 2018 kam ihr gemeinsamer Sohn Philos Lou zur Welt. Für Wedekind erfüllte sich damit nach Jahren des Wartens ein lang gehegter Herzenswunsch.
Das Leben nach der Trennung
Die Beziehung zu Fischer hielt rund fünf Jahre, bevor das Paar 2022 seine Trennung bekannt gab, kurz nachdem ihr Sohn vier Jahre alt geworden war.
Im selben Jahr, im Juni 2022, bestätigte Wedekind eine neue Beziehung mit ihrem Schauspielkollegen Sven Waasner. Seitdem wurden die beiden mehrfach gemeinsam bei öffentlichen Anlässen gesehen, unter anderem bei Theaterpremieren in München, wo Wedekind bis heute lebt.
Der Verlust von Jacques Breuer
Im September 2024 starb Jacques Breuer im Alter von 67 Jahren nach einem Schlaganfall. Trotz der Scheidung Jahre zuvor traf der Verlust Wedekind schwer.
Im Gespräch mit der Bild Zeitung schilderte sie später, dass sie bei der Nachricht unter Schock stand und in den folgenden Wochen viel geweint habe. Besonders belastete sie, dass sie ihn in seinen letzten Stunden nicht im Krankenhaus besuchen konnte, weil sie erkältet war und ihn nicht anstecken wollte. Trost fand sie in dem Wissen, dass er bis zuletzt von seiner Familie umsorgt und geliebt wurde.
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Wo sie heute steht
Heute arbeitet Wedekind weiterhin als Schauspielerin, Sprecherin und Moderatorin und teilt ihre Zeit zwischen Fernsehen, Theater und der Erzählstimme für Kinderhörbücher auf. Auch bei Branchenveranstaltungen wie dem Filmfest München war sie zuletzt zu sehen und bleibt damit fest in der deutschen Unterhaltungsbranche verankert, in der sie aufgewachsen ist.
Ihre Geschichte, von einer Schauspielerfamilie über eine Kinderwunschreise bis zu einem völlig neuen Lebensweg, hat sie zu einer der meistdiskutierten Personen im deutschen Fernsehen gemacht, und es ist leicht nachzuvollziehen, warum so viele Menschen nach ihrem Namen suchen. Viola Wedekind zeigt, dass das echte Leben manchmal ungewöhnlicher und emotionaler verläuft als alles, was für den Bildschirm geschrieben wird.
