Brigitte Grothum gehört zu den deutschen Schauspielerinnen, deren Karriere über Jahrzehnte hinweg eng mit Film, Fernsehen und vor allem dem Berliner Theater verbunden ist. Doch was macht ihren Weg bis heute so bemerkenswert? Und welche Stationen haben ihre Laufbahn geprägt?
Geboren wurde Brigitte Grothum am 26. Februar 1935 in Dessau. Bereits mit 15 Jahren kam sie nach Berlin. Eigentlich wollte sie zunächst Pianistin werden. Nachdem sie sich bei einem Unfall einen Finger gebrochen hatte, musste sie diesen Plan aufgeben. Stattdessen begann sie eine Schauspielausbildung bei Marlise Ludwig und Herma Clement. 1954 folgte ihr Bühnendebüt am Tempelhofer Zimmertheater in Berlin.
Brigitte Grothum und der Start ihrer Schauspielkarriere
Schon in den 1950er Jahren entwickelte sich Brigitte Grothum zu einer gefragten Darstellerin. 1955 stand sie erstmals für einen Kinofilm vor der Kamera. Es folgten weitere Filmrollen und Engagements an zahlreichen Berliner Bühnen.
Besonders bekannt wurde sie Anfang der 1960er Jahre durch mehrere Edgar Wallace Verfilmungen. Dazu gehörten Die seltsame Gräfin, Das Gasthaus an der Themse und Der Fluch der gelben Schlange. In Die seltsame Gräfin spielte sie an der Seite von Klaus Kinski. Ihre Arbeit beschränkte sich jedoch nie auf Kriminalfilme. Grothum war über viele Jahrzehnte in unterschiedlichen Genres und Theaterproduktionen aktiv.
Auch ihre Theaterlaufbahn entwickelte sich parallel weiter. Sie spielte an bekannten Berliner Bühnen und übernahm Rollen vom klassischen Theater bis zur Boulevardkomödie. Gastspiele führten sie zudem nach Zürich, Hamburg, Frankfurt, Bonn und Essen sowie zu verschiedenen Festspielen.
Der große Publikumserfolg mit Drei Damen vom Grill
Für ein breites Fernsehpublikum wurde Brigitte Grothum vor allem durch die ARD Serie Drei Damen vom Grill bekannt. Dort verkörperte sie Magda Färber und spielte über viele Jahre an der Seite von Brigitte Mira, Gabriele Schramm und weiteren bekannten Darstellern.
Die Serie lief über einen langen Zeitraum und wurde zu einem festen Bestandteil des deutschen Fernsehens. Grothums Rolle machte sie einem Millionenpublikum bekannt und gehört bis heute zu den wichtigsten Stationen ihrer Fernsehkarriere. Insgesamt war sie in zahlreichen Fernsehproduktionen zu sehen. Verschiedene Quellen nennen mehr als 100 beziehungsweise über 200 Fernsehrollen, abhängig von der jeweiligen Zählweise.
Brigitte Grothum als Regisseurin und Produzentin
Brigitte Grothum arbeitete nicht ausschließlich als Schauspielerin. Seit den 1980er Jahren war sie zunehmend auch als Regisseurin und Produzentin tätig.
Eine besondere Bedeutung hatte dabei ihre Arbeit an den Berliner Jedermann Festspielen. 1987 inszenierte und produzierte sie erstmals Hugo von Hofmannsthals Jedermann. Die Produktion wurde später an der Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche und schließlich über viele Jahre im Berliner Dom aufgeführt. Bis 2014 prägte Grothum die Berliner Jedermann Festspiele als Produzentin und Regisseurin.
Damit erweiterte sie ihr künstlerisches Profil deutlich. Sie stand nicht nur selbst auf der Bühne, sondern übernahm auch Verantwortung hinter den Kulissen.
Brigitte Grothum feierte 2025 ein besonderes Bühnenjubiläum
Ein besonderer Moment folgte 2025. Am 26. Februar feierte Brigitte Grothum ihren 90. Geburtstag. Gleichzeitig wurde ihr 70. Bühnenjubiläum am Schlosspark Theater gewürdigt. Genau dort hatte sie 1955 erstmals auf der Bühne gestanden.
Passend zu diesem Jubiläum übernahm sie eine Hauptrolle in der Komödie Oma Trick von Charles Lewinsky. Gemeinsam mit Johannes Hallervorden stand sie in dem Stück auf der Bühne. Die Premiere fand am 26. Februar 2025 im Schlosspark Theater statt. Weitere Aufführungen folgten unter anderem im Theater am Frankfurter Tor und in Dessau.
Die Rolle passte dabei zu einer Schauspielerin, die auch im hohen Alter weiterhin auf der Bühne präsent war. In Oma Trick spielt Grothum eine ältere Frau, die sich von einem jungen Mann nicht einfach täuschen lässt. Das Stück verbindet Komödie mit dem Thema Betrug an älteren Menschen und stellt die Frage, wer am Ende tatsächlich wen hinters Licht führt.
Auszeichnungen für eine lange Karriere
Die Leistungen von Brigitte Grothum wurden mehrfach ausgezeichnet. Zu ihren Ehrungen gehören der Verdienstorden des Landes Berlin, das Bundesverdienstkreuz am Bande, der Berliner Bär und weitere Kulturpreise. 2024 erhielt sie beim Askania Award eine Auszeichnung für ihr Lebenswerk.
Diese Ehrungen zeigen, dass ihre Bedeutung weit über einzelne Filmrollen hinausgeht. Brigitte Grothum steht vor allem für eine lange Verbindung von Schauspiel, Theaterarbeit, Regie und kulturellem Engagement.
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Brigitte Grothum bleibt mit Berlin verbunden
Auch nach Jahrzehnten ist Berlin der zentrale Ort ihrer künstlerischen Laufbahn. Vom ersten Bühnenauftritt über zahlreiche Theaterproduktionen bis zu ihren Arbeiten als Regisseurin und Produzentin zieht sich diese Verbindung durch ihre gesamte Karriere.
Wer heute nach Brigitte Grothum sucht, findet deshalb weit mehr als die bekannte Schauspielerin aus Drei Damen vom Grill oder den Edgar Wallace Filmen. Ihre Geschichte ist die einer Künstlerin, die seit den 1950er Jahren immer wieder neue Aufgaben übernommen hat und dabei dem Theater besonders eng verbunden geblieben ist. Brigitte Grothum steht damit für eine außergewöhnlich lange deutsche Bühnen und Filmkarriere.
